Echte Basler Leckerli nach Grossmama
Rezept von Isabelle Christ aus Basel, erhalten von Grossmama Christ
Zubereitung
- Vor der Leckerlizubereitung alle Mandeln fein hacken. Die Mandelstücke dürfen nicht zu klein sein, ca. 3 mm gross.
- In der grössten Pfanne des Haushalts Honig und Zucker warm werden lassen, bis alles zerflossen ist und dann die Mandeln, Zimt, Nägeli, Orangeat und Zitronat dazugeben.
- Nun mit höchster Sorgfalt langsam mit einem Mehlsieb immer wieder ein bisschen Mehl zur Masse geben. Das Mehl unter stetigem Rühren in die Masse einarbeiten. Durch das Mehl wird die Masse mehr und mehr zu einem Teig und das Rühren somit immer angstrengender. Diesen Prozess wiederholen, bis das ganze Mehl eingearbeitet ist. Zum Schluss kann der Kirsch zum Teig gegeben werden.
- Jetzt kommt der zweite Leckerlibäcker zum Einsatz, während der eine den Teig auf kleiner Flamme weiterrührt, erhählt der andere portionenweise warme Teigmasse und verabeitet diese. Der Teig wird sehr dünn, ca. 3 mm dick auf einer Mehlschicht ausgewallt und dann zugeschnitten. Ausschneiden muss man die Leckerli mit einem sogenannten «Model», das sich in manchen alten Basler Haushaltungen noch finden lässt.
- Die Leckerli auf einem Backpapier im Ofen bei ca. 200 Grad 20 Minuten lang backen.
- Zum Schluss die Leckerli mit einer Zuckerglasur glasieren. Die Glasur stellt man her, in dem man das Wasser und den Zucker so lange einkocht, bis die Glasur eine weissliche, dicke Konsistenz hat.
Bemerkung
«Grossmama konnte das jährliche vorweihnachtliche Herstellen der Leckerli in dieser grossen Menge nicht alleine bewältigen, so dass ihre alle,besonders die Söhne und Grosssöhne, gerne bei der aufwendigen und vor allem Muskelkraft benötigenden Arbeit halfen. Es war immer ein sehr geselliger und fröhlicher Anlass. Letztes Jahr versuchte ich in Zürich alleine Leckerli herzustellen und musste dann nottfallmäsig meinen Cousin Tobi anrufen und um Hilfe bitten, da ich mit meiner Muskelkraft am Ende war. Wir entwickelten dann einige gute Methoden, wie man die Herstellung vereinfachen und modernisieren kann: Die Hälfte der Menge reicht völlig aus und macht die Arbeit weniger anstrengend. Die Leckerli lassen sich auch prima schnell mit einem Messer zuschneiden (Grösse: ca. 7 x 5 cm). Am besten erst nach dem Backen gleich den warmen Teig noch auf dem Blech in die passende Grösse schneiden.Wichtig ist bei der Glasur, nicht die Geduld zu verlieren, den Zucker wirklich so lange einkochen, bis er weiss und glasig wird. Wie Grossmama notierte: ‹… Zusammen kochen lassen, bis es den Faden zieht.›. Als schnelle Ersatzvariante empfehle ich jedoch eine einfache Puderzuckerglasur. Diese Leckleri werden nicht weich wie die vom Leckerlihaus, was so gewollt ist. (Kenner schwören darauf). Wer diese jedoch lieber weich mag, lagert die Leckerli nicht in einer Dose, sondern in ein Papier eingewickelt an der Luft.»

Um die Leckerli zum Verschenken zu verpacken eignet sich das Zeichnungspapier ab der Rolle von der Ikea ausgezeichnet, ist erst noch sehr günstig. Ich mache jeweils 9-er Päckli. Um die Zuckerglasur im richtigen Moment zu “erwischen” messe ich mit einem Zuckerthermometer die Temperatur, muss 108° erreichen, dann kann man die Pfanne ins Wasserbad stellen, so bleibt sie dann gut, und man kann stressfrei glasieren.